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Argumente anderer Treppengegner

Argumente anderer Treppengegner

Wir sind nicht die einzigen, die etwas gegen den Treppenanbau am Fünffingerlesturm haben. Auf dieser Seite finden Sie die Stimmen und Argumente weiterer Treppengegner.


Eva Klotz-Reill, Malerin

Die Malerin Eva Klotz-Reill, u.a. bekannt durch ihre liebevollen und detailreichen Illustrationen der Bücher "Mozarts erste Liebe" von Martha Schad und "Barfuß durch die Finstere Gass - Eine Kindheit in der Fuggerei" von Reiner Schmidt, wünscht unserer Bürgerinitiative viel Glück und und unterstützt uns mit dem nebenstehenden Bild.


 

Walter Stiermann, passionierter Augsburger, erfahren im mustergültigen Umgang mit Baudenkmälern
(Auszug aus einem Leserbrief an die AZ vom 17.10.2007)

  • N E I N - keine Betontreppe an den Fünffingerlesturm. Der Bezirksheimatpfleger, Dr. Peter Fassl, beurteilt die Situation aus dem richtigen Blickwinkel.
  • Der vielgeliebte Turm, fast zärtlich von den Augsburgern Fünffingerlesturm genannt, ist ein liebenswürdiges Einzelstück. Die vorgesehene Nutzung ist nur für einen sehr kleinen Kreis möglich und zudem völlig unsinnig.
  • Ich erinnere mich an den Versuch, vor mehr als 35 Jahren, den Wasserturm am Roten Tor umzubauen, um in Augsburg, als Olympiastadt, Gäste bewirten zu können. Damals gab es noch keinen Denkmalschutz, aber einsichtige Leute und Behörden. Es gab auch keine Fördermittel und keine steuerlichen Erleichterungen. Auch damals hatte die Stadt schon kein Geld. Aus reiner Vernunft wurde der Nutzungsplan des Wasserturms aufgegeben.
  • Ich stimme Herrn Dr. Fassl zu, daß nicht jedes Denkmal kommerziell genutzt werden muß. N E I N - zur Treppe und zur Nutzung.

 

Peter Grab, OB-Kandidat der Bürgervereinigung PRO AUGSBURG
(im Interview mit Annette Liebmann von der Aichacher Zeitung am 10.10.2007)

Herr Grab, was ärgert Sie besonders im Streit um den Fünffingerlesturm?

  • Um den Turm und dessen Nutzung gibt es wahnsinnig viele Ungereimtheiten. In den Plänen der Alt Augsburg Gesellschaft, die die Treppe finanziert und baut, handelt es sich nicht nur um die Errichtung einer Treppe, sondern auch um eine Sanierung des Turms. Dabei geht aus der Beschlussvorlage des Bauausschusses hervor, dass sich der Turm in einem guten baulichen Zustand befindet und mittelfristig keinen großen Bauunterhalt oder gar eine Sanierung notwendig macht.

Was schlagen Sie vor?

  • Wir hätten einen Kompromissvorschlag anzubieten: Einige Meter vom Fünffingerlesturm entfernt liegt die wunderschöne Wallanlage mit Wehrgang an der Kahnfahrt. Sie ist derzeit nicht begehbar. Warum wird das viele Geld nicht dort investiert?

Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation?

  • Sie erinnert fatal an die Situation mit dem Königsplatz-Umbau. Da hat man anfangs auch behauptet, ein Bürgerbegehren sei nicht zulässig. Mittlerweile sind wir beim Bürgerentscheid. Es scheint wohl die übliche Methode zu sein, Protest erst mal nicht zuzulassen.

Wie ist die Stimmung unter den Initiatoren?

  • Die Blockade-Haltung der Stadt hat Schwung in die Sache gebracht. Jetzt geht's erst richtig los. Die Initiatoren haben in sehr kurzer Zeit rund 1000 Unterschriften gesammelt und die Haltung der Stadt hat vielen die Augen geöffnet, wie die Bürger hier behandelt werden.

Gibt es einen weiteren Vorstoß für Vermittlungsgespräche zwischen der Alt Augsburg Gesellschaft und den Initiatoren des Bürgerbegehrens? Ist das Thema überhaupt noch vermittelbar?

  • Gestern habe ich wieder Frau Voit von der Alt Augsburg Gesellschaft geschrieben. Ich habe noch keine Antwort und damit wie schon früher keine Gesprächsbereitschaft erhalten - leider. Hier geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern mindestens ebenso darum, wie man mit den Bürgern umgeht.

Wie geht es jetzt weiter?

  • Wir haben keine Veranlassung, unser Engagement für das Bürgerbegehren zu stoppen. Die Unterschriftensammlung läuft ganz normal weiter. Es kommt darauf an, wie schnell wie viele Unterschriften gesammelt werden, damit die Politiker nicht glauben, hier handelt es sich nur um eine kleine Gruppe von Bewohnern der Jakobervorstadt.

 

PRO AUGSBURG zum Bürgerbegehren und zur Denkmalsanierung:

  • Nicht das Bürgerbegehren oder der Einsatz der Bürgerinnen und Bürger ist übertrieben, sondern die Treppe! Deren Dimension und künftige Nutzung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand bzw. den Kosten.
  • Immer wieder wird behauptet, dass der Turm durch das Treppenengagement saniert und gerettet wird. Das ist falsch! Als der Bauausschuss der Stadt Augsburg der "Rettung" zustimmte, hieß es nämlich in der Beschlussvorlage vom 23.2.2007 wörtlich: "Angesichts der angespannten Haushaltslage und der Tatsache, dass sich der Turm in einem guten baulichen Zustand befindet, der mittelfristig keinen großen Bauunterhalt oder gar eine Sanierung notwendig macht, scheidet eine direkte finanzielle Beteiligung der Stadt Augsburg aus." Warum wird hier also etwas vorgemacht? Will sich hier jemand ein Denkmal setzen? Hat man vielleicht übersehen, dass der Turm das Denkmal ist?

    (Quelle: PRO AUGSBURG unterstützt Bürgerbegehren, 02.10.2007)

 

Dr. Peter Fassl, Bezirksheimatpfleger, zur Erinnerungskultur:

  • Bedenkt man, dass ein Stadtmauermuseum problemlos auch anderenorts errichtet werden könnte, so gilt das Gleiche nicht für Erinnerungsorte, die eine Heimatgeschichte haben, über Jahrzehnte Teil des Augsburger Gedächtnisses geworden sind und als Bilder ganz selbstverständlich vertraut sind. Diese Verwurzelung hat letztlich eine emotionale Basis, die ja in dem Begriff Heimat immer auch mitschwingt. Eine denkmalfachlich geführte Diskussion, welche diesen Aspekt nicht entsprechend gewichtet, greift zu kurz. ...
  • Nicht jedes Denkmal muss kontinuierlich genutzt werden, es reicht manchmal auch, dass wir uns über sein Aussehen freuen können, auch wenn es uns nicht vollständig und zu jeder Zeit zugänglich ist.

    (Quelle: Stellungnahme zum Fünffingerlesturm; Augsburg, 01.10.2007)